Angesichts der massiven Infrastrukturschäden im Persischen Golf und der drohenden Ölkrise versuche ich eine Investmentstrategie für die Zeit nach dem Krieg zu finden. Aus den Erkenntnissen der Ölkrisen der 70-iger Jahre versuche ich zwei zentrale Thesen abzuleiten:
1. Meine These: Der Wiederaufbau (Fokus auf Sika)
Ich sehe einen massiven Bauboom in den Golfstaaten voraus, um die zerstörte Infrastruktur zügig wiederherzustellen. Finanzielle Möglichkeiten sind mehr als ausreichend der Region vorhanden.
- Meine Positionierung: Ich setze auf das Schweizer Unternehmen Sika. Durch die Zukäufe von Gulf Seal (Saudi-Arabien) und Gulf Additive Factory (Katar), die ich genau beobachtet habe, sehe ich das Unternehmen ideal aufgestellt.
- Das Risiko aus meiner Sicht: Ein Ölpreisschock verteuert Sikas Rohstoffe, was kurzfristig meine Margenerwartungen drücken könnte.
- Meine Chance: Hohe Energiepreise erzwingen weltweit Effizienz. Ich bin überzeugt, dass dies langfristig ein massiver Wachstumstreiber für Sika-Produkte wie Gebäudedämmung und Leichtbau-Klebstoffe ist.
- Meine Bewertung: Ich stufe die Aktie bei ca. 140–150 CHF als unterbewertet ein und sehe den fairen Wert bei über 200 CHF.

2. Meine These: Ölmangel und Mobilitätswende (Fokus auf Shimano)
In Anlehnung an die Ölkrise der 1970er Jahre erwarte ich einen Boom bei effizienten Transportmitteln. Da ich selbst bereits überlege, wegen der hohen Spritpreise öfter das Rad zu nutzen, ist dies für mich ein logischer Investmentfall.
- Meine Positionierung: Ich analysiere hierfür den Weltmarktführer Shimano.
- Meine Einschätzung 2026: Nach einer „Normalisierungs-Delle“ betrachte ich Shimano als finanziell extrem solide „Festung“. Ich schätze die Schuldenfreiheit und den hohen Cash-Bestand sehr.
- Investition in die Zukunft: Ich sehe großes Potenzial in Shimanos Investitionen in E-Bike-Motoren und neue digitale Schaltsysteme.
- Meine Bewertung: Beim aktuellen Kurs sehe ich eine Unterbewertung von ca. 20–40 % und begrüße das laufende Aktienrückkaufprogramm.

Weitere Branchen, die ich im Blick habe:
- Finanzsektor: Hier sehe ich Chancen durch den Bauboom, allerdings bevorzuge ich Banken außerhalb der EU und der USA. Wenn möglich in der Krisenregion bzw. anderen ölreichen Staaten. In diesem Bereich bin ich bereits in die Halyk Bank in Kasachstan investiert.
- Nordsee-Ölförderung und Energie: In diesem Bereich bin ich bereits übergewichtet, da teure Bohrungen nun rentabel werden. Ich bin hier bereits massive in Verbund und Aka BP investiert.
- Rüstungsindustrie: Diese nenne ich zwar als Profiteur, ich kaufe jedoch keine Waffensysteme für den Krieg.
- Wasseraufbereitung: Die spezielle Situation in der Golfregion mit der Kombination zerstörter Infrastruktur und Wirtschafts- und Tourismusboomregion.
Mein Fazit: Ich investiere in Qualitätsführer, die zwar kurzfristig unter hohen Energiekosten leiden könnten, von denen ich aber erwarte, dass sie mittelfristig von der globalen Effizienzsteigerung und dem Wiederaufbau profitieren. Da ich in vielen Bereichen bereits investiert bin, werde ich eine kleine Position bei Shimano aufbauen.
Recherche, was sich während der Ölkrise gut verkaufen ließ
Die Ölpreiskrisen von 1973 und 1979 haben das Konsumverhalten radikal verändert. Da die Preise für Benzin und Heizöl in die Höhe schossen und Sonntagsfahrverbote den Alltag lähmten, gewannen Produkte an Wert, die Unabhängigkeit vom Öl oder Kosteneinsparungen versprachen.
Hier ist eine Übersicht der „Gewinner“ dieser Zeit:
1. Kleinwagen und sparsame Autos
Während die Ära der spritfressenden „Straßenkreuzer“ (vor allem in den USA) ihr Ende fand, boomten sparsame Alternativen.
- Japanische Marken: Toyota, Honda und Datsun (Nissan) eroberten den Markt, weil sie zuverlässige, kleine Motoren bauten. > Heute: China mit Fokus auf BYD.
- Europäische Kompaktwagen: Der VW Golf I (erschienen 1974) wurde genau zum richtigen Zeitpunkt zum Verkaufsschlager. > Heute: VW (Skoda und Seat) und Renault (Dacia).
- Diesel-PKW: Der Dieselmotor galt plötzlich als die kluge Wahl für Sparfüchse. Ich würde dies auf E-Mobil ummünzen.
2. Mobilität ohne Motor
Wenn das Auto am „autofreien Sonntag“ stehen bleiben musste, brauchte man Alternativen:
- Fahrräder: Die Fahrradindustrie erlebte einen massiven Boom. Wer keines hatte, kaufte sich spätestens jetzt eines für die Freizeit oder den Weg zur Arbeit.
- Rollschuhe: In den 70ern (auch befeuert durch den Disco-Trend) wurden Rollschuhe zu einem beliebten Fortbewegungsmittel auf den leeren Autobahnen.
3. Energieeffizienz im Eigenheim
Plötzlich wurde den Menschen bewusst, dass Wärme teuer ist. Alles, was die Heizkosten senkte, war heiß begehrt:
- Dämmmaterialien: Glaswolle und Isolierschichten für Wände und Dächer.
- Isolierglasfenster: Der Austausch alter, zugiger Fenster wurde zur Priorität.
- Dicke Kleidung: Der Verkauf von schweren Wollpullovern, Thermounterwäsche und Decken stieg an (getreu dem Motto: „Pulli an statt Heizung auf“).
4. Alternative Heizmethoden
Wer konnte, versuchte vom Öl wegzukommen:
- Holz- und Kohleöfen: Viele reaktivierten alte Kamine oder ließen neue einbauen, um mit Holz zu heizen.
- Frühe Solartechnik: Erste (damals noch sehr teure) Solarkollektoren für Warmwasser tauchten vermehrt in Werbeanzeigen auf.
Ein kurioser Gewinner: Das „Pet Rock“
Man mag es kaum glauben, aber mitten in der wirtschaftlichen Rezession nach der ersten Ölkrise wurde der „Pet Rock“ (ein Haustier-Stein in einer Schachtel) 1975 zum Millionenerfolg.
Warum? Psychologen sagen, die Menschen suchten in Krisenzeiten nach einfachem, billigem Vergnügen und Humor, um sich von der Inflation und den düsteren Nachrichten abzulenken.
Zu den oben stehenden Bereichen der Gewinner füge ich Gaming (Roblox & Unity Software) und Unterhaltung (Netflix) hinzu. Die Menschen suchen billige Zerstreuung. … und wenn sie Zerstreuung suchen, werden Drogen und Glücksspiel (DraftKings & Flutter) wohl auch nach oben gehen.





























































































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