Die neue Ära der Krise: Warum klassische Absicherung versagt und wie man das Depot jetzt schützt

In der Vergangenheit war die Welt der Geldanlage einfach: Wenn die Aktien fielen, flohen Investoren in US-Staatsanleihen (Treasuries). Dieser „sichere Hafen“ dämpfte das Depot, während man den Sturm aussaß. Doch diese Zeit ist vorbei.

Wir erleben derzeit einen Liquiditäts-Crash, der nahezu alle Asset-Klassen mit nach unten zieht. Das Erschreckende: Zum ersten Mal sehen wir crashartige Symptome, ohne dass die Anleger in den Rentenmarkt flüchten. Im Gegenteil: Die Renditen steigen, die Kurse der US-Bonds fallen. Die USA können sich ihre militärischen und fiskalischen Abenteuer offensichtlich nicht mehr zu günstigen Konditionen finanzieren.

Wer sein Depot in diesem Umfeld schützen will, darf nicht auf alte Rezepte setzen. Man braucht ein Instrument, das direkt von der Panik profitiert.

Das Instrument: Absicherung über die Volatilität (VIX)

Anstatt Bestände bei der ersten Korrektur panisch zu verkaufen – was oft zu steuerlichen Nachteilen und verpassten Erholungen führt – nutze ich eine gezielte Absicherung über den VIX Future. Der VIX misst die erwartete Schwankungsbreite (Volatilität) des S&P 500 und wird oft als „Angstbarometer“ bezeichnet. Wenn die Märkte kollabieren, schießt die Volatilität in der Regel steil nach oben.

Meine Strategie: Der Turbo-Schutzschild

Da ich im Falle eines Crashs oft kein frisches Kapital für Nachkäufe habe, muss die Absicherung über Hebelprodukte erfolgen, die bereits bei kleinen Einsätzen eine große Wirkung entfalten.

  1. Das Produkt: Ich verwende Turbo-Optionsscheine (Mini Futures) auf den VIX Future (z.B. von der Société Générale). Wichtig ist hierbei die Wahl eines geringen Hebels (ca. 2x oder kleiner), um nicht bei jeder kleinen Marktschwankung ausgeknockt zu werden.

  2. Der Einstieg: Ich beginne mit dem Aufbau der Absicherungsposition, wenn der VIX Future günstig erscheint (historisch oft im Bereich von ca. 17 USD) und ich den Eindruck habe, dass etwas nicht stimmt.

  3. Die Positionsgröße: Sicherheit hat Vorrang vor Gier. Ich investiere nur kleine Summen – in der Regel weniger als 1 % des gesamten Portfoliowerts. Im Falle eines echten Crashs kann dieser kleine Hebel-Teil so massiv ansteigen, dass er die Buchverluste der Aktienpositionen zu einem großen Teil kompensiert.

Die Risiken: Kein „Free Lunch“

Man muss sich über die Kosten im Klaren sein:

  • Rollverluste: VIX-Produkte sind keine Langzeitinvestments. Da die Terminkontrakte monatlich „gerollt“ werden müssen, verliert das Produkt in ruhigen Marktphasen kontinuierlich an Wert.

  • Totalverlustrisiko: Wenn der erwartete Crash ausbleibt und die Volatilität niedrig bleibt oder sinkt, kann das eingesetzte Kapital (die „Versicherungsprämie“) nach einigen Monaten komplett verloren sein.

Fazit

Wir warten alle auf den nächsten geldpolitischen „Superhelden“ wie Jerome Powell und seinen Geld-Helikopter. Doch sollte dieser ausbleiben, ist die nächste Weltfinanzkrise aufgrund der Liquiditätsengpässe kaum vermeidbar.

Meine Strategie ist es, nicht auf Hoffnung zu setzen, sondern auf Volatilität. Ein kleiner, aber effektiver Hebel auf die Angst am Markt ist heute die einzige Versicherung, die im Ernstfall noch funktioniert, wenn Gold und Anleihen als Korrelat versagen.

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