Investieren mit dem Benner Zyklus

Der Benner Zyklus ist ein Börsen- und Wirtschaftsmodell, das ursprünglich von einem amerikanischen Farmer namens Samuel Benner im Jahr 1875 entwickelt wurde.

Hier ist eine Zusammenfassung, was es damit auf sich hat und warum das Thema aktuell wieder häufig diskutiert wird:

​1. Was ist der Benner-Zyklus?

​Samuel Benner war ein wohlhabender Farmer, der durch die Finanzpanik von 1873 fast alles verlor. Er versuchte daraufhin, Muster in den Preisschwankungen zu finden, um künftige Krisen vorherzusehen. Er veröffentlichte seine Erkenntnisse in dem Buch „Benner’s Prophecies of Future Ups and Downs in Prices“.

​Seine Theorie besagt, dass sich Marktpreise (ursprünglich für Mais, Schweinefleisch und Eisen) in festen, wiederkehrenden Zeitabständen bewegen. Er identifizierte drei Hauptzyklen:

  • Der 11-Jahres-Zyklus: Basierend auf dem Sonnenfleckenzyklus (von dem er glaubte, er beeinflusse die Ernten und damit die Preise).
  • Der 27-Jahres-Zyklus: Für Preise von Roheisen.
  • Der 54-Jahres-Zyklus: Ein übergeordneter Langzeitzyklus für generelle Wirtschaftspaniken und -booms.

​2. Die drei Phasen des Zyklus

​Benner unterteilte die Jahre in drei Kategorien, die Anlegern als Leitfaden dienen sollten:

  1. Panic Years (Panikjahre): Zeiten, in denen der Markt irrational einbricht und die Preise fallen.
  2. Good Times (Gute Zeiten): Jahre mit hohen Preisen, in denen man Vermögenswerte verkaufen sollte.
  3. Hard Times (Harte Zeiten): Jahre mit niedrigen Preisen und Stagnation. Laut Benner sind dies die besten Kaufgelegenheiten, da die Kurse am Boden liegen.

​3. Warum ist das heute relevant?

​Obwohl das Modell fast 150 Jahre alt ist, erlebte es zuletzt (besonders auf Social Media wie TikTok, Instagram und Finanz-Blogs) einen Hype.

  • Trefferquote: Das Diagramm sagte (bei großzügiger Auslegung) Ereignisse wie die Große Depression (1929), das Platzen der Dotcom-Blase (2000) und den Marktcrash durch COVID-19 voraus.
  • Aktuelle Prognose: Laut dem Benner-Chart (oft bis ins Jahr 2059 fortgeschrieben) sollten wir uns um 2023 in einem Boden („Hard Times“ / Kaufphase) befunden haben, gefolgt von einem Aufschwung, der bis zu einem Höhepunkt („Good Times“) etwa um 2026/2027 führen soll, bevor es Anfang der 2030er wieder zu einem Crash kommt.
Bereich2025–20352035–2050
ImmobilienPreise fallen um 30–40 % (Wien: von 7.000 €/m² → 4.500 €/m²)Stabilisierung, dann moderates Wachstum
MietenSteigen kurzfristig, dann gedeckeltSinkende reale Mieten durch Produktivität
ArbeitsmarktHohe Zinsen → Rezession → Arbeitslosigkeit ↑KI schafft neue Berufe → Vollbeschäftigung
PensionenDruck auf System → Renteneintrittsalter ↑Robotersteuer finanziert Grundrente
InvestitionenGold, Rohstoffe, Value-AktienKI, Robotik, Raumfahrt
PhaseStrategie
2025–2035Schulden abbauen, in Sachwerte (Land, Rohstoffe), kurzfristige Anleihen
2035–2050Langfristige Aktien (KI, Energie, Raumfahrt), Immobilien am Tiefpunkt kaufen

In welche Werte investiere ich?

Ich werde die nächsten 2 bis 3 Jahre vorwiegen in Öl-Unternehmen investieren. Eventuell nehme ich noch einen Minenwert hinzu. Durch die hohen Zinsen werden Banken, die sich vorwiegend mit dem klassischen Bankengeschäft beschäftigen (nicht Investmentbanken), mit geringem Kreditausfallsrisiko wieder interessant. Ich werde mich deshalb in ölexportierenden Ländern (Norwegen, Kasachstan, …) bei Öl und Banken umsehen. Als Unternehmen schweben mit Aker BP und DNB Bank in Norwegen und die Halyk Bank in Kasachstan vor. Bei den Minenwerten bin ich bei Rio Tinto. Beide Banken sind gute Dividendenzahler und entwickeln sich bis heute im Portfolio gut. Wobei die Halyk und DNB Bank bereits gut gelaufen sind.