Nachdem ich Trumps jüngste Aussagen als wenig glaubwürdig eingestuft hatte „Dea Hund liag decht scho wieda!“, entschloss ich mich spontan zu einem weiteren kurzfristigen Trade in Brent-Öl. Mit „Skin in the game“ wird es gleich viel interessanter, wenn man derartige Aussagen tätigt.
Der Trade lief leider nicht wie erhofft: Bereits am nächsten Morgen wurde die Position mit einem Verlust von 10 % per Stop-Loss ausgestoppt. Es mag zwar so sein, dass Trump lügt, dass sich die Balken biegen, aber deshalb geht die Welt nicht unter.
Inzwischen habe ich mehrfach die Erfahrung gemacht, dass mir das kurzfristige Trading einfach nicht liegt – im Bereich des langfristigen Investierens sehe ich dagegen deutlich bessere Ergebnisse. Deshalb werde ich künftig meinen Fokus wieder stärker auf Unternehmen legen, deren Fundamentaldaten ich gründlich analysiert habe und bei denen ich einen echten Turnaround für wahrscheinlich halte.
Die Devise lautet wieder: Kaufe ein kleines Bäumchen, pflege es geduldig und ernte die Früchte, die im Laufe der Zeit herunterfallen. Neue Setzlinge aus diesen Früchten anzupflanzen, lässt sich heute über kostenlose oder sehr günstige Sparplan-Modelle hervorragend umsetzen.
Die Bäume wachsen nun mal langsam, aber dafür meist zuverlässiger. Durch die zahllosen Falschmeldungen, die bereits von Entscheidern getätigt und von den Medien verstärkt werden, versuche ich politische Einflüsse aus meinem Investitionsverhalten wieder zurückzudrängen. Politische Börsen haben kurze Beine und sie verändern nicht den Trend. Selbst bei diesem massiven Impakt am Ölmarkt, bei dem 10 bis 20% des verfügbaren globalen Öls am Markt verschwinden, geht die Welt nicht unter und der Preis kommt nach kurzer Übertreibung wieder dort hin, wo er losgelaufen ist.
Nachtrag: Ich lag mit meiner These nicht falsch. Ich war zu früh und habe das Stop-Loss zu eng gesetzt. Mein Stop-Loss war auf 10% gesetzt, obwohl die Schwankungsbreite bei Brent zu diesem Zeitpunkt bei 30% gelegen ist. Da mir ein derartige hohe Schwankungsbreite zu viel ist, hätte ich den Trade nicht machen dürfen, wenn ich eigene Regeln befolgt hätte. Trading setzt Regeln und Disziplin voraus.

