Strategiewechsel im Depot: Brasilianischer Stromerzeuger raus. Dänischer Pharmariese aufstocken.

Am 4. Februar 2026 wurde im Portfolio eine markante Umschichtung vorgenommen: Die Position am brasilianischen Energieversorger Cemig wurde mit 10% Gewinn vollständig aufgelöst, um den dänischen Marktführer im Bereich Adipositas und Diabetes, Novo Nordisk, aufzustocken. Endlich bin ich dort angekommen, wo ich hin wollte.

Der Ausstieg: Cemig (CMIG4) – Wenn die Dividende den Cashflow übersteigt

Cemig lockte lange Zeit mit zweistelligen Dividendenrenditen. Bei genauerer Analyse der Bilanz zum Ausstiegszeitpunkt im Februar 2026 zeigten sich jedoch strukturelle Risiken in der Cashflow-Rechnung:

  • Ausschüttung vs. Free Cashflow: Die Dividenden wurden zuletzt oft nicht mehr vollständig aus dem operativen Free Cashflow gedeckt. Eine Payout-Quote, die teilweise bei 125 % des Cashflows liegt, ist langfristig nur durch Substanzverzehr oder Neuverschuldung haltbar. Deshalb zweifle ich sehr an den geplanten Investitionen.
  • Investitionsstau: Da ein Großteil des Kapitals als Dividende an den Staat (Minas Gerais) abfloss, fehlten Mittel für dringende Netzinvestitionen.
  • Kennzahlen: Trotz eines optisch günstigen KGVs von ca. 8 und einer Dividendenrendite von ~14 % wirkte die Aktie aufgrund der politisch motivierten Ausschüttungspolitik zunehmend wie eine „Value-Falle“.

Die Aufstockung: Novo Nordisk (NOVO B)

Novo Nordisk ist das Gegenstück zur volatilen Cemig: Ein hochprofitables Qualitätsunternehmen („Quality Growth“), das nach einer Korrektur im Jahr 2025 nun wieder eine attraktive Bewertung erreicht hat.

Warum der Wechsel sinnvoll ist: Während Cemig von lokaler Politik und Strompreisen in Brasilien abhängt, operiert Novo Nordisk in einem globalen Wachstumsmarkt. Nach der Kursdelle 2025 bietet sich Anfang 2026 die Chance, Qualität zum vernünftigen Preis zu kaufen.

Daten & Fakten zum Einstieg (Stand Feb. 2026):

  • Marktführerschaft: Dominanz im Diabetes-Markt (Wegovy/Ozempic) mit einer Nettogewinnmarge von fast 35 %.
  • Attraktive Bewertung: Das erwartete KGV für 2026 ist auf ca. 16 gesunken. Für einen Wachstumswert dieser Güteklasse ist das historisch günstig (der 5-Jahres-Schnitt lag oft bei über 30).
  • Dividendenwachstum: Novo zahlt zwar nominell weniger Dividende als Cemig (ca. 3 % bis 4 %), steigert diese aber seit Jahren zweistellig und kauft zudem massiv eigene Aktien zurück.

Fazit der Umschichtung

Der Tausch von Cemig zu Novo Nordisk ist ein klassischer Wechsel von „High Yield / High Risk“ (Brasilien-Versorger) zu „High Quality / Compounder“ (Pharma-Wachstum).

Man verzichtet auf die unsichere, extrem hohe Dividende aus Südamerika und setzt stattdessen auf ein Unternehmen mit einer der stärksten Bilanzen der Welt, das von einem unaufhaltsamen Megatrend in der Gesundheitsversorgung profitiert.