Budget-Setup für das PBX-Schießen: Meine Erfahrungen mit Gun-Belt, MOLLE und Custom-Holster

Da mein Interesse am dynamischen PBX-Schießen stetig wächst, stand ich vor der Herausforderung, mir ein passendes Setup zusammenzustellen. Die Prämisse war klar: Funktionell und zuverlässig, aber ohne das Budget zu sprengen. Wer den Markt sondiert, merkt schnell: High-End-Equipment aus den USA ist extrem teuer, während der europäische Markt in diesem Segment oft nur wenig Auswahl bietet.

Deshalb habe ich mich für einen pragmatischen Mittelweg entschieden und bewusst im asiatischen Raum (über TEMU und Ali-Express) bestellt. Bei langen Lieferzeiten riskiert man zwar den einen oder anderen Fehlkauf, da man etwas mehr als nötig bestellt, doch für den Einstieg bietet dieses Vorgehen ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis. Ich empfinde derzeit den Store von Idogear auf Ali Express derzeit recht interessant. Ich habe ein paar Taschen von dort und sie stellen eine gute Qualität zu einem annehmbaren Preis her.

Der Waffengürtel: Ergonomie und maximale Platzausnutzung

Ich habe mich für ein modulares 2-Zoll-MOLLE-System von Ronin bestehend aus Innen- und Obergürtel entschieden. Bei meiner Konfiguration ist die nutzbare MOLLE-Fläche ein entscheidendes Kriterium: Da ich insgesamt sechs Magazintaschen mitführen muss – drei links für die Glock 45 und drei rechts für die Walther PDP – müssen die Schlaufen so weit wie möglich nach vorne bis zur Gürtelschnalle reichen.

Das Argument für diese Aufteilung: Durch das Vorziehen der Taschen nach vorne bleibt im mittleren, rechten Bereich genügend Platz, damit die Magazine dem Pistolenholster der Glock 45 nicht im Weg umgehen. Für die Walther PDP benötige ich an dieser Stelle übrigens kein Holster, da ich sie in den PBX-Bewerben hocheffizient im KPOS G2D Schaftsystem einsetze.

Da der Gürtel recht steif sein sollte und sich bei Last nicht verwinden solle, entschied ich mich vor Jahren für dieses Modell.

Warum ein MOLLE-System?

Die Abkürzung steht für Modular Lightweight Load-carrying Equipment (Modulare leichtgewichtige Trageausrüstung). Entwickelt wurde es Ende der 1990er-Jahre für die US-Armee, um starre Befestigungssysteme abzulösen. Das Prinzip: Flechten statt Clipsen. Das Geheimnis der enormen Stabilität von MOLLE liegt darin, dass die Taschen nicht einfach nur eingehängt, sondern eingeflochten werden. Absolut verlustsicher: Durch das Ineinanderverflechten ist es physisch unmöglich, dass sich eine Tasche im Lauf, beim Kriechen oder bei einem Sturz löst. Sie sitzt so fest, als wäre sie festvernäht. Kein Wackeln (Zero Play): Richtig eingeflochtenes Zubehör liegt flach an und schaukelt nicht auf. Das schont die Kraft und verhindert störende Geräusche. Individuelle Ergonomie: Jeder Schütze kann seine Magazintaschen auf den Zentimeter genau dort platzieren, wo es die eigene Anatomie und das Muskelgedächtnis erfordern. Laser-Cut (Moderne Variante): Bei modernen Gürteln und Westen wird oft auf aufgenähte Gurtbänder verzichtet. Stattdessen werden die Schlitze direkt per Laser in das Trägermaterial (z. B. Cordura) geschnitten. Das spart Gewicht, baut flacher auf und franst nicht aus. Mit Malice Clips kann so gut wie alles an dem Gürtel befestigen.

Die Magazintaschen: Ein glücklicher Zufall für die intuitive Handhabung

Bei der Wahl der Magazintaschen kam es zu einer interessanten Feststellung bezüglich der Passgenauigkeit:

  • Für die Glock 45: Drei Magazintaschen von OGS. Sie sind perfekt auf die 17-Schuss-Standardmagazine von Glock abgestimmt. Der Halt ist optimal balanceiert – sicher beim Sprint, aber flüssig beim Ziehen. Die Kunststoffstraps lassen sich etwas mühsam in das MOLLE-System einweben. Sie haben in etwa 1 bis 2 mm Spiel.
  • Für die Walther PDP: Drei Magazintaschen von TOPTAC. Diese fallen spürbar schmaler aus. Während die Walther-Magazine hier hervorragend hineinpassen, sitzen die Glock-Magazine darin sehr stramm. Durch die textile Bauweise lassen sich die Montagestraps perfekt einweben. Sie sitzen perfekt. Sie erscheinen auch wertiger und besser verarbeitet.

Das Sicherheits- und Ergonomie-Argument: Was anfangs wie ein klassischer Fehlkauf wirkte (da ich die TOPTAC-Taschen zuerst auch für die Glock nutzen wollte), entpuppte sich als echter 競技-Vorteil. Da sich die Taschen von OGS und TOPTAC optisch und haptisch leicht voneinander unterscheiden, ist eine Verwechslung unter Stress absolut ausgeschlossen. Ich weiß blind, welcher Griff zu welchem Waffensystem gehört.

Das Holster: Keine Kompromisse bei der Sicherheit

Während beim Gürtel und den Taschen gespart werden konnte, gibt es eine Komponente, bei der Qualität und Passgenauigkeit über Sicherheit und Disqualifikation entscheiden: das Holster. Hier setze ich auf ein maßgefertigtes Kydex-OWB-Außenholster von Protarget. Da mir die Metallklipps zu wackelig am Gürtel sind, befestige ich das Holster, in dem ich 6 mm starke Kabelbinder in das MOLLE-System einwebe.

Das Argument für die Maßanfertigung: Da meine Glock 45 mit einem Olight PL-Mini 2 (Waffenlicht) und einem Rotpunktvisier ausgestattet ist, versagen universelle Holster komplett. Die Kydex-Anfertigung garantiert trotz der Anbauteile einen definierten Ziehwiderstand und umschließt den Abzugsbügel absolut zuverlässig – ein Muss für dynamische Disziplinen.

Fazit: Der Einstieg in das PBX-Schießen muss kein Vermögen kosten. Die Kombination aus durchdachtem Budget-Equipment für die Peripherie und einer kompromisslosen Custom-Lösung für das eigentliche Holster hat sich in der Praxis als absolut wettkampftauglich erwiesen.