Der Start dieser Transalp bzw. Alpenüberquerung mit dem Mountainbike erfolgt in Oberstdorf und führt über die im Folgenden angeführten Stationen nach Riva am Gardasee.
GPS Tourdaten der Mountainbike Transalp Oberstdorf Riva
Ich stelle für diese Transalp mein GPS File im GPX Format zur Verfügung. Die Aufzeichnungsfehler im GPS File zwischen Oberstdorf und Riva wurden händisch auf digitalen Karten ausgebessert. Diesen Track bin ich im September 2007 gefahren. Die Streckenführung dieser Alpenüberquerung finde ich nicht ganz optimal, da man viel schieben muss. Laut den Aussagen anderer Mountainbiker ist die "Albrecht Route ", die ich leider selber noch nicht gefahren bin, die bessere Variante. Ich kann mir aber vorstellen, dass es bessere Passagen für einen Mountainbiker auf seiner Alpenüberquerung, als den Schrofenpass, die Uina Schlucht und den Passo Croce Domini mit über 30% Steigung gibt. Für den Schrofenpass und die Uina Schlucht muss man schwindelfrei sein. Der Weg durch die Uina Schlucht ist teilweise nicht gesichert und mit viel groben Schotter. Für meinen Geschmack zu viel Risiko - würde ich nicht mehr machen. Kleiner Tipp: Das Mountainbike immer auf der Talseite tragen
Tagesberichte der Mountainbike Transalp Oberstdorf Riva
MTB Transalp Oberstdorf Riva - Anreise in Oberstdorf
Für unser Mountainbike Transalp von Oberstdorf nach Riva sind wir einen Tag vor der Tour mit dem Zug in Oberstdorf angereist. Die Anreise mit dem Zug dauerte für mein Empfinden fast eine kleine Ewigkeit. Nachdem wir in Oberstdorf angekommen sind, radelten wir bis zu unserem Hotel. Das Hotel liegt etwas versteckt im Wald. Trotzdem kamen wir am Abend im Hotel Gruben in Oberstdorf voller Zuversicht an.
MTB Transalp Oberstdorf - Konstanzer Hütte - Tag 1
Nach einem guten Frühstück setzten wir uns in Richtung Schrofenpass in Bewegung. Am Ende der fahrbaren Strecke muss man das Mountainbike durch die Felswand tragen um auf den Schrofenpass zu kommen. Dieser Streckenabschnitt war überhaupt nicht nach meinem Geschmack, da ich nicht schwindelfrei bin, hatte ich so meine Probleme. Mit der Hilfe anderer Mountainbiker konnte ich die Passage mit der Brücke aber meistern und der Rest ging dann schon irgendwie. Nach der Durchquerung der Felswand kamen wir zum Pass. Hinunter mussten wir das MTB wieder tragen bzw. schieben, da der Singletrail durch den Regen aufgeweicht war und man mit dem Rad zu tief einsank. Anschließend fuhren wir auf der Bundesstraße von Warth nach St. Anton. Nicht gerade ein Vergnügen, da sehr viel Verkehr war. In St. Anton bogen wir etwas verspätet auf den Jakobs Weg in Richtung Konstanzer Hütte ab. Nach dem Jakobs Weg konnten wir auf einer guten Schotterstraße bis zur Konstanzer Hütte ausgezeichnet fahren.
MTB Transalp Konstanzer Hütte - Heidelberger Hütte - Tag 2
Nach einem mäßigen Frühstück in der Konstanzer Hütte ging es mit dem Mountainbike wieder auf die Piste. Wir folgten der Schotterstraße in Richtung Heilbronner Hütte. Nach ca. 1 Stunde mussten wir aus dem Sattel und unser Rad in Richtung Heilbronner Hütte schieben bzw. tragen. Trotzdem ein lohnender Abschnitt, da landschaftlich sehr reizvoll. Ab der Heilbronner Hütte gibt es eine perfekte Talfahrt nach Galtür. Ohren eng anlegen und runter. Toll! Von Galtür fuhren wir auf dem Radweg weiter nach Ischgl und bogen am Ortsanfang in Richtung Fimbertal zur Heidelberger Hütte ab. Von Ischgl hoch war es am Anfang beinharte Arbeit - gegen dem Ende der Etappe hin wurde es aber einfach. Das Tagesziel - die Heidelberger Hütte - war erreicht.
MTB Transalp Heidelberger Hütte - Schlinig - Tag 3
Nach gutem Frühstück ging es am Morgen weiter über den Fimberpass - schieben und tragen war hier angesagt. Nach ca. 1 1/2 Stunden hat man den Pass erreicht. Mutige und gute Fahrer können den Pass auf dem Singletrail hinunter fahren. Da es vor mir einen Bayer abwarf und er recht ungünstig auf einen Felsen aufschlug entmutigte mich dieser Anblick so sehr, dass ich mich dazu entschied einzelne Abschnitte runter zu schieben. Nach kurzen Fahr- und Schiebepassagen muss man aber endgültig schieben da seit 2005 keine Straße und kein Weg hier mehr verläuft. Rein ins Bachbett und weiter. Nach ca. 1/2 Stunde geht weiter nach Sur En. Wunderschöne Abfahrt. Nach dem Mittagessen geht es dann rein zur Uina Schlucht. Dieser Weg ist Anfangs gut befahrbar, manchmal etwas steil, aber ohne Probleme machbar. Am Eingang zur Schlucht heißt es dann wieder absteigen und schieben bzw. tragen. Die Uina Schlucht ist ganz bestimmt ein tolles Erlebnis, wenn man schwindelfrei ist und kein Mountainbike mit sich hat. Dieser schmale Pfad mit losem Schotter, teilweise kein Geländer, steil abfallender Fels und Verkehr in beiden Richtungen - ein Hindernis, das ich selber ohne Hilfe nicht überwinden hätte können - nicht mit Mountainbike. Ich hatte Hilfe - Radträger - und so ging es wieder weiter. Nur so nebenbei: Es gibt Spinner, die das runter fahren. Nach der Schlucht ging es teilweise schiebend und fahrend auf einem Singletrail weiter bis zur Sesvenna Hütte. Nach der Sesvenna Hütte hatten wir eine schöne Abfahrt nach Schlinig zum Hotel Edelweiß. Leider machte auch hier ein Biker einen Überschlag, da seine Bremsen im steilen Gelände den Geist aufgaben.
Zum Thema Uina Schlucht und selber Schuld: Auf den mir vorliegenden Fotos war überall ein Geländer und da hätte ich auch kein Problem - wird wohl psychisch sein.
MTB Transalp Schlinig - Grosio - Tag 4
Nach einem schönen Aufenthalt im Hotel Edelweiß, ging es bergab weiter nach Santa Maria, der Ausgangsort für die Strecke ins Val Vau. Wunderschön zu fahren. Leider hatten wir unten Regen und oben Schnee. Schnell umziehen und es ging weiter durch Val Mora. Ein absoluter Hammer diese Abfahrt. Diesen Teil der Strecke werde ich ganz bestimmt wieder in eine Route einbauen. Danach geht es vorbei am Lago di Cancano und wir haben kurz darauf einen wunderschönen Ausblick auf die Serpentinenstraße nach Bormio. Leider können wir die Serpentinenstraße nicht hinunter fahren - hätte mich mehr gereizt - sonder müssen weiter zum Passo di Verva. Diese Straße ist wiederum teilweise recht steil und die vorangegangenen Tage machen sich bemerkbar - Zähne zusammen beißen - da muss ich rauf. Auf den letzten Metern muss ich dann doch wieder fluchend raus aus den Sattel - für mich zu heftig - wieder schieben. Die anschließende Talfahrt ist wieder ein super Kracher, aber zu später Stunde bei Schnee und Regen doch recht kalt. Nach einem anstrengenden Tag erreichen wir ausgepowert das Örtchen Grosio und beziehen Quartier im Hotel Sassella. Eine schöner Tag geht dem Ende zu. Meiner Meinung nach der beste Tag im Sattel.
MTB Transalp Grosio - Breno - Tag 5
Nach gutem Frühstück geht es wieder auf die Piste und der Tageshöhepunkt - Passo Mortirolo läßt auch nicht lange auf sich warten. Die Jungs vom Giro treten hier sicher schneller rauf als wir, doch unser Ziel ist der Weg und den haben wir hier gefunden. Keine einfache Übung dieser Pass, doch wir hatten schon schlimmere Dinger hinter uns gebracht. Nach dem Passo Mortirolo geht es eigentlich nur mehr runter bis Breno. Ein Tag, an dem man sich ein bisschen erholen kann und auch sollte. So viel kann ich schon verraten: Der Knaller für Spinner kommt erst.
MTB Transalp Breno - Lodron - Tag 6
Am Morgen geht es dann auf den Passo Croce Domini. Eine echter Teufel auf der Straße die wir wählten. Die meiste Zeit geht es hier mit einer Steigung von über 30% rauf und da vergeht einem das Lachen doch recht schnell. Die Straße ist teilweise asphaltiert, dann mal wieder mit sehr groben Schotter und am Ende erst wirklich gut fahrbar. Dort sind aber auch bei uns die Hirtenhunde gewesen und da gibt es nur zwei Möglichkeiten: Treten was das Zeug hält oder gefressen werden. Diese Variante kann ich nicht empfehlen und finde ich persönlich zu 100% beschissen. Entschuldigt die Wortwahl. Wer auf diesen Pass hinauf will, sollte die normale Straße wählen. Mit dem Gepäck und den ganzen Tagen in den Beinen ist diese Strecke kein Vergnügen mehr. Obwohl man oben eine super Aussicht hat und das anschließende Tal sehr schön ist. Diese Tatsache konnte mich aber nicht mehr entschädigen. Der Weg nach Lodron ist nach kurzem Auf und Ab dann wieder besser und macht auch wieder Spaß.
MTB Tansalp Lodron - Riva - Tag 7
Der letzte Tag ist gekommen und es geht nach Riva. Zuvor gibt es aber noch etwas Arbeit. Die letzte Etappe begann mit der Auffahrt nach
Bondone. Steil bergauf auf ca. 1500 m. Von
dort dann auf großteils nicht fahrbaren Serpentinen bis zur Bocca di Caplone.
Ab M.ga. Tombebeginnt dann der super
Trial um den Monte Caplone. Dann geht’s wieder runter auf ca. 1300 m zur M.ga.
Pra di Lavino und das große Ende naht: Tremalzo! Tolle Abfahrt, aber zu viel Verkehr, wie eigentlich überall am Gardasee. Ständig jemand da, der einem im Auspuff hängt und drängelt. Nach den vielen Tagen wollte ich einfach nicht mehr nur runter düsen, sondern das Ganze beim Ausrollen auf mich wirken lassen. Was leider nicht möglich war.